Berlin
So haben wir in Berlin Männer direkt angesprochen
Gegen patriarchale Gewalt hilft kein Wegschauen. Weil echte Veränderung aber im Alltag anfangen muss, wollten wir nicht bis zur nächsten Demo warten. Am Tag nach dem feministischen Kampftag am 8. März haben wir eine typische Berliner Tradition umgedreht: Statt feuchtfröhlichem „Ringbahntrinken“ stand bei uns „Ringbahnflyern“ auf dem Programm.
Statt Bier gab es in den Waggons direkte Gespräche auf Augenhöhe. Wir haben mit den Leuten in der Bahn gequatscht, Flyer verteilt und Männer aktiv dazu eingeladen, Privilegien zu reflektieren und selbst Verantwortung zu übernehmen.
Hintergründe zur Aktion
Vom Impuls zur Tat: Nach den Demonstrationen im November 2025 gegen Gewalt an Frauen war für uns klar, dass sich viel zu wenige Männer aktiv einbringen. Daraus entstand unser Bündnis aus mittlerweile rund 30 Männern aus der Gen Y und Gen Z (mit ganz unterschiedlichen Hintergründen – von Arbeitsrechtlern über Medien- und Politikschaffende bis hin zu Fensterbauern und Musiker*innen).
Der Offene Brief: Um unserer Forderung Gewicht zu verleihen, haben wir im Vorfeld einen offenen Brief gestartet, den 30 Prominente und Personen des öffentlichen Lebens unterzeichnet haben (u. a. der Musiker Felix Kramer und Fußballprofi Grischa Prömel).
Gezielte Präsenz rund um den Herrentag: Am 14. Mai 2026 haben wir uns zusätzlich der Kundgebung „Männer gegen Gewalt“ am Brandenburger Tor angeschlossen. Gerade an einem Tag, der historisch oft mit Saufen und einer Häufung von Übergriffen assoziiert wird, war es uns wichtig, Kante zu zeigen und uns klar mit FLINTA* zu solidarisieren.
Ob in den Öffis, auf der Straße oder bei Kundgebungen: Echte Veränderung fängt im eigenen Umfeld an. Wir bleiben dran!